Rahmenvertrag mit Microsoft

educa.ch unterzeichnet neuen Rahmenvertrag mit Microsoft

Der Rahmenvertrag zwischen educa.ch und Microsoft steht: Per Ende August konnten nach langen und intensiven Verhandlungen die letzten Differenzen ausgeräumt werden. Das neue Vertragswerk hält die rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen zwischen educa.ch und Microsoft Irland zu Gunsten der berechtigten Bildungsinstitutionen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein in umfassender Weise fest. Damit steht den erwähnten Institutionen sowie deren Verwaltungsstellen erstmals ein lizenzprogrammübergreifendes und an die schweizerische Gesetzgebung angepasstes Vertragswerk für den Bezug von Microsoft-Produkten zur Verfügung.

Gestützt auf die Leistungsvereinbarung zwischen der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und dem Staatsekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), führte die Schweizerische Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen (SFIB) in den vergangenen drei Monaten Verhandlungen im Namen von educa.ch zum nun vorliegenden Rahmenvertrag.

Der Vertrag «educa.ch ISCED 0–4 National Framework» zeichnet sich durch folgende Eigenheiten aus:

Rechtliche Rahmenbedingungen
Ziel der Verhandlungen war es, schweizerisches Recht zur Anwendung zu bringen. Dieses Ziel konnte, zumindest was die Miet- und Kauflizenzen anbelangt, erreicht werden: Hier gilt fortan Schweizer Recht mit Gerichtsstand Bern. Bei den Online-Diensten (wie Office365, Exchange, Sharepoint-Online) war Microsoft allerdings nicht bereit, von der Regelung in ihren Standardverträgen abzuweichen. Folglich gilt hier nach wie vor irisches Recht mit Gerichtsstand Dublin. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sich das Lizenzgeschäft von Microsoft mittelfristig in den Onlinebereich verlagern wird, werden die Schulen aufgrund der sprachlichen und finanziellen Barrieren im Rechtsweg schon bald erneut schwierige Verhältnisse bei allfälligen Rechtsstreitigkeiten mit Microsoft antreffen.
Die SFIB verfolgt die Thematik «Datenschutz» konsequent weiter, wird die Schulen auch zukünftig umfassend über die rechtlichen Folgen beim Bezug von Onlinediensten beraten und verweist zwischenzeitlich auf ihre Publikation zu diesem Thema. In jedem Fall ist jede Bildungseinrichtung für die Einhaltung der Vertragsbestimmungen (insbesondere der Datenschutzbestimmungen) selbst verantwortlich. Zudem steht es grundsätzlich jeder Schule frei, mit Microsoft abweichende Regelungen zu ihren eigenen Gunsten auszuhandeln.

Umfang und Vertrieb
Der Rahmenvertrag berechtigt die Bildungsinstitutionen des Bereichs ISCED 0–4 in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein zum Bezug von Microsoft-Volumenlizenzen zu vergünstigten Konditionen. Er umfasst Vergünstigungen für die Schulen sowohl bei der häufigeren Miete wie auch beim selteneren Kauf von Microsoft-Volumenlizenzen und beinhaltet folgende Vertriebsmodelle:

Mietlizenzen:

  • Beitrittsverträge zu Bildungslösungen (EES; CASA)
  • School Subscription Enrollment Beitrittsverträge (SE; CASA)
  • Open Value Subscription for Education Solutions (OVS-ES)

Kauflizenzen:

  • Select Plus ARF Beitrittsverträge

Die SFIB kann die konkreten Preise für die Volumenlizenzen nicht benennen, da Microsoft ihren Wiederverkäufern die Weitergabe der im Rahmenvertrag vereinbarten Vergünstigungen aus rechtlichen Gründen nicht vorschreiben kann. Als Richtpreis für eine «Microsoft Education Desktop Standard» - Lizenz müssen die Schulen mit einem Betrag zwischen CHF 60 und 70 rechnen.

Der Vertrieb der Microsoft-Produkte erfolgt wie bisher indirekt. Jede Bildungseinrichtung kann frei wählen, über welchen Handelspartner sie ihre Produkte beziehen will. Die Lizenzen aus den Programmen CASA EES und SELECT Plus können allerdings ausschliesslich bei den durch Microsoft akkreditierten «Large Account Reseller» (LAR) erworben werden. Die Lizenzierung über CASA SE und OVS-ES ist bei allen weiteren, von Microsoft autorisierten Wiederverkäufern (AER) möglich.
Die Ereignisse rund um den Bezug und Vertrieb von Microsoft Produkten bewegten educa.ch dazu, ihre eigene Vertriebstätigkeit zu reorganisieren und künftig mehrere Wiederverkäufer auf Vertragsbasis am Rahmenvertrag partizipieren zu lassen. Der Online-Shop von educa.ch wird mittelfristig seine Vertriebsaktivitäten einstellen und sich auf Informations- und Beratungsdienstleistungen für Schulen bei Fragen zur Beschaffung von Hard- und Software konzentrieren. Damit stellt educa.ch auch künftig sicher, die Interessen der Schulen unabhängig vertreten zu können.

PiL-Konditionen für die Primarschulstufe
Die bis Ende 2012 erhältliche Angebot im Rahmen der Microsoft-Initiative «Partners-in-Learning» (PiL) für Schulen der Primarstufe sind nicht mehr verfügbar. Aus diesem Grund können für ungefähr 500 Schulen dieser Stufe (entspricht ca. 23‘000 Lizenzen), die als ehemalige PiL-Lizenznehmende Microsoft-Software jährlich zu Preisen um CHF 25 erwerben konnten, stark steigende Kosten im Rahmen der Neu-Lizenzierung entstehen. Für die betroffenen Schulen verlangt die SFIB von Microsoft Schweiz ein adäquates Ersatzprogramm. Microsoft hat für Härtefälle zur Abfederung der allfällig höheren Kosten bereits Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert. Wie diese aber konkret aussehen soll, ist momentan noch unklar.

Den betroffenen Schulen empfiehlt die SFIB als Alternative, die Lizenzierung neu nach Vollzeitäquivalenten (VZÄ) und nicht mehr nach Anzahl PCs anzustreben. Die ökonomischen Vorteile im Rahmen der Beschaffung von Volumenlizenzen lassen sich zudem durch Bildung von Konsortien weiter optimieren. Schulen und deren Verwaltungsstellen, welche die Mindestmenge von 100 VZÄ nicht erreichen, sollen daher eine Aggregierung mehrerer Schulen anstreben.

Kontaktpersonen
Schweizerisches Medieninstitut für Bildung und Kultur
Karl Wimmer, Vizedirektor educa.ch
Telefon: +41 31 300 55 40
E-Mail: Karl Wimmer

Schweizerische Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen
Markus Willi, Leiter SFIB
Telefon +41 31 300 55 29
E-Mail: Markus Willi

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Pressemitteilung
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Kommunikation an die ICT-Fachstellen

Am Montag, 2. September 2013 wurde folgende Kommunikation an die kantonalen ICT-Fachstellen versandt.

Stellungnahme educa.ch vom 09.08.2013

Auf folgender Seite finden Sie die Stellungnahme von educa.ch vom 09.08.2013 zu den Unregelmässigkeiten beim Verkauf von Lizenzen für Software von Microsoft an öffentliche Schulen. Der Stellungnahme folgt eine Zusammenstellung von Beiträgen zu diesem Thema, die in einem Beitrag der NZZ vom 07.08.2013 aufgedeckt wurden.
Stellungnahme & Beiträge

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 18.02.2016

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